Geschichte der Bengalkatze
Forschung & Anfänge
In den 1950er Jahren stellten US-Tierärzte fest, dass die Asiatische Leopardenkatze (Prionailurus bengalensis) eine natürliche Resistenz gegen bestimmte schwere Katzenkrankheiten aufweist, darunter:
- das felines Leukämievirus (FeLV),
- und die feline infektiöse Peritonitis (FIP).
Zu dieser Zeit forderten diese Krankheiten viele Haus- und Rassekatzenleben.
In den 1970er Jahren vertiefte der Genetiker Dr. Willard Centerwall diese Forschungen.
Man kreuzte Asiatische Leopardenkatzen mit Hauskatzen, um zu prüfen, ob die Immunität vererbbar ist.
Unter den Hybriden der ersten Generation (F1) waren vor allem die Weibchen zuchttauglich, da die Männchen aufgrund von Chromosomenunterschieden meist steril waren.
Der erste Hybrid
1963 paarte Jean Mill, eine Züchterin aus Kalifornien, eine weibliche Asiatische Leopardenkatze mit einem Hauskater — es entstand das F1-Kätzchen KinKin.

Das Programm verfolgte zwei Ziele:
- Eine Katze mit exotischem Äußeren und freundlichem Wesen zu entwickeln,
- und die Asiatische Leopardenkatze vor Wilderei zu schützen.
Rasseentwicklung
1980 unterstützten Dr. Willard Centerwall und der Mojave Desert Zoo die Arbeit von Jean Mill mit F1-Weibchen — Praline, Pennybank und Rorschach...
1982 kam dank des Delhi Zoos Tory of Delhi — ein orangefarbener Kater, dessen Linie die ersten fruchtbaren F2-Kater hervorbrachte und der das berühmte Glitter der Rasse einführte.

An der Verfeinerung von Typ und Wesen der Bengalkatze waren mehrere Rassen beteiligt, u. a.:
- Abessinier
- Burma
- Tonkanese
- Egyptian Mau
- Ocicat
- Britisch Kurzhaar
- Siam
Internationale Anerkennung
- 1983
TICA (The International Cat Association) nahm die Rasse offiziell ins Register auf.
- 1984
Die Bengalkatze wurde der Öffentlichkeit vorgestellt und erregte rasch Aufmerksamkeit.
- 1990
Erste Champion-Titel — eine getupfte Bengalkatze errang den Champion-Status.
- 1990 →
Das marmorierte Muster wurde anerkannt, später folgte die Anerkennung der Snow-Farbvarianten.
- 2000 →
Weitere Farbtöne — Silber, Blau, Charcoal und Melanistic — fanden Eingang in die offiziellen Standards.
Generationen & Linien
Züchter greifen bis heute gelegentlich auf die Asiatische Leopardenkatze zurück, um die Linien zu erneuern.
- F1-Hybriden sind noch deutlich wilder und werden vor allem züchterisch eingesetzt.
- Ab F4/SBT sind Bengalen weitgehend häuslich: freundlich, verspielt und gut an das Familienleben angepasst.

Die Bengalkatze heute
Heute zählt die Bengalkatze zu den beliebtesten und modischsten Katzenrassen weltweit.
Sie vereint die exotische Wildschönheit mit dem sozialen, liebevollen Wesen der Hauskatzen.
In Europa — auch in Ungarn — gewinnt sie stetig neue Fans, nicht zuletzt durch ihren aufsehenerregenden Auftritt auf Katzenausstellungen.